Zwischen
14.-18. Mai hat an der Musikhochschule Trossingen, parallel zu dem
Sommertreffen der RKM, der 58. Hochschulwettbewerb stattgefunden.
Ausgeschrieben wurden die Fächer Oboe, Akkordeon und - zum ersten Mal in der
Geschichte des Hochschulwettbewerbs - das Fach Musikpädagogik. Der
Hochschulwettbewerb 2010 wurde außerdem auch für das Fach Komposition für
Akkordeon oder Oboe ausgeschrieben. Die Jury hat jedoch entschieden, keinen
Preis in diesem Fach zu vergeben. Am 18. Mai wurden im Konzertsaal der
Musikhochschule Trossingen die folgenden Preise vergeben:
Fach
Oboe:
1. Preis: Nanoko Kondo, Karlsruhe (3.000 EUR)
2. Preis: Kyeong Ham, Trossingen (1.800 EUR)
2. Preis: Viola Wilmsen, Lübeck (1.800 EUR)
Förderpreis: Simona Sindrestean, Weimar (600
EUR)
Sonderpreis für die Klavierbegleiterin von
Kyeong Ham: Na Rey Park, Trossingen (600 EUR)
Die
Japanerin Nanoko Kondo wurde 1986 geboren und erhielt mit 13 Jahren
ihren ersten Oboeunterricht. Bereits zwei Jahre später gewann sie den ersten
Preis beim Sanyo-Studenten-Wettbewerb in Japan. Es folgten weitere Preise in
den kommenden Jahren. Nanoko Kondo hat in Japan bei Yoshiaki Obata, in Freiburg
bei Alexandre Gattet und in Paris bei Maurice Bourgue studiert. Seit 2008
studiert sie bei Prof. Thomas Indermühle an der Hochschule für Musik Karlsruhe.
Der
in 1993 in Seoul geborene Kyeong Ham begann im Alter von elf Jahren Oboe
zu spielen. Seit Oktober 2008 studiert er bei Prof. Nicholas Daniel an der
Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen. Er hat bereits zahlreiche
Preise in Korea und in Deutschland gewonnen und viele Meisterklassen (u.a. bei
Emmanuel Abbühl, Ingo Goritzki, Albrecht Mayer, Thomas Indermühle, Hansjörg
Schllenberger und Maurice Bourge) besucht.
Viola
Wilmsen,
geboren 1985 in Bonn, begann ihr Oboenstudium 2004 bei Prof. Diethelm Jonas an
der Musikhochschule Lübeck. 2008/09 studierte sie am Conservatoire National
Supérieure de Musique de Paris bei Prof. Jaques Tys. 2009 gewann sie als erste
Deutsche und erste Frau den 1. Preis beim internationalen Oboenwettbewerb der
Sony Music Foundation in Japan. Sie ist sowohl in Deutschland als auch in Japan
als Solistin aufgetreten und ist Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie.
Jüngst gewann sie die Probespiele für das Gustav-Mahler-Jugendorchester sowie
für die Stelle für Oboe-Solo an der Deutschen Oper Berlin.
Simona
Sindrestean,
Jahrgang 1986, studierte zunächst in Rumänien, an der Musikuniversität in
Bukarest. 2007/2008 hat sie als Erasmus-Auslandsstipendiatin am Conservatoire
National Supérieure de Musique de Paris bei Prof. David Walter studiert. Seit
2009 studiert sie mit Prof. Matthias Bäcker an der Hochschule für Musik Franz
Liszt in Weimar.
Die
Jury im Fach Oboe hat außerdem beschlossen, die herausragende Klavierbegleitung
der Pianistin Na Rey Park,
Klavierpartnerin des Oboisten Keyong Ham, mit einem „Sonderpreis der Jury"
auszuloben. Geboren 1982 in Südkorea, studierte Na Rey Park zunächst in Sungnam
und Seoul. Von 2005 bis 2008 absolvierte sie ihre künstlerische Ausbildung
(Diplom/Master) Klavier und Kammermusik an der Hochschule für Musik Karlsruhe
bei Prof. Dr. Saule Tatubaeva. 2008 wurde sie in die Trossinger Solistenklasse
aufgenommen und ist seitdem Studentin bei von Prof. Wolfgang Wagenhäuser. Seit
2006 ist Narey Park mit zahlreichen Konzertverpflichtungen Stipendiatin bei
"live music now" der Yehudi Menuhin Stiftung. Sie gewann mehrere
Kammermusikwettbewerbe. Zudem erhielt sie 2008 den 3. Preis beim
Internationalen Skriabin Klavierwettbewerb in Paris/Frankreich, den 5. Preis
beim Internationalen Duo Wettbewerb in Katrineholm/Schweden.
Fach
Akkordeon:
1. Preis: nicht vergeben
2. Preis: Heidi Luosujärvi, Essen (1.800 EUR)
2. Preis: Mateja Zenzerovic, Hannover (1.800
EUR)
Förderpreise: Fanny Vicens, Trossingen (600 EUR)
Olivia Steimel, Würzburg (600 EUR)
Volodymyr Oliynyk, Freiburg (600 EUR)
Die
zweiten Preisträgerinnen stammen aus Finnland, beziehungsweise aus Kroatien. Heidi
Luosujärvi hat zunächst in ihrem Heimatland an der Sibelius-Akademie
studiert eher sie zu Prof. Mie Miki an die Folkwang Hochschule Essen kam. Sie
ist Stipendiaten der Oscar und Vera Ritter-Stiftung, der Finnischen
Kulturstiftung und von Yehudi Menuhin Live Music Now Rhein-Ruhr. Auch Mateja
Zenzerovic, Jahrgang 1983 hat zuerst in ihrer Heimat studiert, bevor sie
nach Hannover zu Prof. Elsbeth Moser kam. 2007 wurde sie dort in die
Solistenklasse aufgenommen. Sie ist mehrfache Preisträgerin nationaler und
internationaler Wettbewerbe und hat zahlreiche Meisterkurse besucht und mit
vielen Komponisten (u.a. Moritz Eggert, György Kurtag, Hans Zender, etc.)
zusammengearbeitet. Ihre intensive konzertante Tätigkeit als Solistin und
Kammermusikpartnerin hat sie u.a. nach Litauen, China, Kroatien, Italien,
Griechenland, Österreich, Frankreich, Spanien und Holland geführt.
Die
Förderpreisträgerin Fanny Vicens, geboren 1987, studiert in Trossingen
bei Prof. Hans Maier (Akkordeon) und bei Prof. Reinhard Becker (Klavier).
Zuerst hat sie am Conservatoire National von Perpignan sowohl Akkordeon als
auch Klavier studiert, 2005 kam sie mit einem DAAD-Stipendium nach Deutschland.
Zahlreiche Meisterkurse (u.a. bei Dominique Merlet und Eric le Sage) gaben
ihrer Ausbildung zusätzliche künstlerische Impulse. Fanny Vicens ist Preisträgerin
sowohl von Klavier- als auch von Akkordeonwettbewerben. Die zweite
Förderpreisträgerin, Olivia Steimel, wurde 1986 in Achern geboren. 2007
nahm sie ihr Studium an der Hochschule für Musik Würzburg auf, zunächst in der
Klasse von Prof. Jürgen Wunn, dann von Prof. Stefan Hussong. Derzeit absolviert
sie einen sechsmonatigen Erasmus-Austausch an dem Cherubini-Konservatorium
Florenz, wo sie von dem Akkordeonisten Ivano Battiston unterrichtet wird. Der
Ukrainer Volodymyr Olinyk, Jahrgang 1983, ist Preisträger zahlreicher
Internationalen Akkordeonwettbewerben in Italien, Deutschland, Polen, Russland,
Kasachstan und Ukraine. Seit 2008 absolviert er ein Aufbaustudium
(Solistenklasse) bei Prof. Teodoro Anzellotti an der Musikhochschule Freiburg.
Fach
Musikpädagogik:
1. Preis: André Obermüller, Dresden, „Musik mit
Gehörlosen" (2.500 EUR)
2. Preis: Ingrid Schorscher, Trossingen, „Cross
Culture" (2.500 EUR)
André
Obermüller
studiert der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden, wo er den
künstlerisch-pädagogischen Doppel-Studiengang Jazz/Rock/Pop mit Hauptfach
E-Gitarre absolviert. Da ihn von Anfang an Gehörlosenpädagogik fasziniert hat,
wählte er 2008 für seine Diplomarbeit das Thema „Musikpädagogisches Arbeiten
mit Gehörlosen". Es folgte eine ständige Zusammenarbeit mit dem Zentrum
für Hörgeschädigte in Dresden, wo er neben Perkussionskursen auch eine
Schulband ins Leben rief.
Ingrid Schorscher wurde 1978 in Kronstadt, Rumänien, geboren. Nach dem
Studium am Hohner-Konservatorium Trossingen schlossen sich ein Rhythmik-Studium
in Trossingen bei Prof. Elisabeth Gutjahr, Prof. Sabine Vliex und Dorothea
Weise an sowie parallel dazu Akkordeon bei Friedemann Gisinger und Prof. Hans
Maier. Ingrid Schorscher hat bei zahlreichen Bühnenprojekten sowohl aktiv als
auch konzeptionell mitgewirkt. Das Projekt „CrossCulture" mit
verhaltensauffälligen Jugendlichen ergänzt ihr Profil im pädagogischen Bereich.

























